Der ETF-Markt boomt
Das Analysehaus Morningstar hat kürzlich seinen „ETF-Leitfaden: Trends 2025“ herausgebracht. Dabei wurden sowohl die amerikanischen als auch die europäischen Märkte für Exchange Traded Fund (ETF) analysiert. Global konnte das von ETFs verwaltete Volumen sich in den letzten 10 Jahren mehr als vervierfachen. Mittlerweile sind fast 14 Billionen USD in ETFs investiert. Dabei liegt mit über 10 Billionen USD in den USA der Löwenanteil.
Aufteilung der ETF-Investitionen
Erwartungsgemäß liegt der größte Teil der ETF-Gelder in der Anlageklasse „Aktien“. Dies gilt sowohl für den amerikanischen als auch für den europäischen Markt. Es folgen Anleihen und Geldmarkt. Interessanterweise liegt der Anteil der von Geldmarkt-ETFs verwalteten Mittel in Europa prozentual deutlich oberhalb der USA. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die US-Bürger Exchange Traded Funds für langfristige Anlageziele nutzen (z.B. Altersvorsorge, Vermögensaufbau), während europäische Investoren diese auch zunehmend zum „Parken“ liquider Mittel für kurzfristige Liquidität einsetzen.
Alternative Anlageklassen
Private Markets dürften sich zunehmend auch im ETF-Markt widerfinden. Lt. Morningstar legten State Street und Appolo den weltweit ersten ETF auf Private Credit auf. Damit können Investoren auch an privater Kreditvergabe, wie z.B. der Finanzierung von Ausrüstung, Musiklizenzen, etc. partizipieren. Die Analysten sind sich einig, dass diese Anlageklasse sich zunächst noch im Markt beweisen muss und ein Urteil über diese Anlageklasse verfrüht wäre.
Aktive ETFs - Rettung der klassischen Fondsindustrie
Auch aktive ETFs erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und konnten massiv Mittelzuflüsse generieren. Diese lassen sich durch Storytelling gut vermarkten und sprechen damit viele Anleger und auch Anlagemedien an. Lt. Morningstar konnten jedoch nur wenige aktive ETFs Ihre Vergleichsindizes schlagen. Hier scheint mehr das Marketing und der Spaß am Traden im Vordergrund zu stehen, als echter langfristiger Vermögensaufbau.
Smart-Beta - gekommen um zu bleiben
Smart-Beta ETFs sind am Markt mittlerweile etabliert. Laut Morningstar lagen per 31. Dezember 2024 Finanzmittel von über 2,2 Billionen USD in diesen Produkten. Smart-Beta ETFs investieren in der Regel in faktorbasierte Indizes, die versuchen die Wertpapiergewichtung anhand wissenschaftlich untersuchter Faktoren wie Value, Volatilität oder Qualität vorzunehmen.
ETFs in der privaten Finanzplanung
Zusammenfassend sollten ETFs auf breite Marktindizes den Kern der privaten Finanzanlage bilden. So werden thematische Risiken vermieden und durch einen überregionalen und branchenübergreifenden Ansatz spezifische Risiken bis hin zum allgemeinen Marktrisiko hinwegdiversifiziert.